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Thanksgiving in den USA
In ganz Nord- und Südamerika · Feiertagsguide

Thanksgiving

Thanksgiving in den USA und Kanada: die Geschichte von den Festmahlen der Kolonialzeit bis heute und die Bräuche rund um Dank, Familie und Gemeinschaft.

Thanksgiving ist in den USA und in Kanada ein nationaler Feiertag und fest in der Kultur beider Länder verankert. Er steht für Dankbarkeit, reiche Ernten und den Wert von Familie und Gemeinschaft. Den Gedanken des Dankes teilen die beiden nordamerikanischen Staaten, doch Thanksgiving hat in jedem von ihnen eigene historische Wurzeln, eigene Bräuche und einen anderen Termin. Darin zeigen sich ihre jeweilige Geschichte und kulturelle Entwicklung.

🇺🇸 Thanksgiving in den USA

Historische Wurzeln und Entwicklung

Die bekannte Erzählung vom amerikanischen Thanksgiving geht auf den Herbst 1621 zurück. Damals feierten die Siedler der Plymouth Colony (öffnet in neuem Tab), die einen harten ersten Winter überlebt hatten, gemeinsam mit den Wampanoag (öffnet in neuem Tab) ein Erntefest. Das dreitägige Fest, mit dem sie für eine erfolgreiche Ernte und neue Bündnisse dankten, gilt oft als das „erste Thanksgiving“. Es gab jedoch noch andere frühe Dankfeste in den Kolonien, oft nach einem bestimmten Segen oder einer überstandenen Notlage.

Über die Jahrhunderte begingen einzelne Kolonien und Bundesstaaten eigene Dankfeste. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts gewann die Idee eines landesweiten Thanksgiving-Feiertags an Zuspruch, vor allem dank des beharrlichen Einsatzes der Zeitschriftenredakteurin Sarah Josepha Hale (öffnet in neuem Tab). 1863, mitten im Bürgerkrieg, rief Präsident Abraham Lincoln (öffnet in neuem Tab) offiziell einen nationalen Thanksgiving Day aus, als Tag für „Dank und Lobpreis“ am letzten Donnerstag im November. 1941 legte der Kongress den Termin endgültig auf den vierten Donnerstag im November fest, und dabei ist es bis heute geblieben.

Typisch amerikanische Bräuche

Das heutige Thanksgiving in den USA dreht sich um Familie, Essen und American Football.

  • Das Thanksgiving-Essen: Die Hauptrolle spielt zweifellos der gebratene Truthahn, oft mit zahlreichen traditionellen Beilagen. Dazu gehören typischerweise:
    • Füllung (Stuffing oder Dressing): Eine herzhafte Masse auf Brotbasis, oft mit Kräutern, Gemüse und manchmal Wurst, die im Truthahn oder daneben gebacken wird.
    • Kartoffelpüree mit Bratensoße: Cremiges Püree mit viel Butter, übergossen mit einer kräftigen Soße.
    • Cranberrysoße: Eine säuerlich-süße Beilage, oft selbst gemacht, die einen frischen Kontrast zum übrigen Essen bildet.
    • Süßkartoffelauflauf: Ein beliebtes Gericht, oft mit Pekannuss-Streuseln oder gerösteten Marshmallows obendrauf.
    • Grüner Bohnenauflauf: Ein klassisches Wohlfühlessen aus grünen Bohnen, Champignoncremesuppe und knusprigen Röstzwiebeln.
    • Kürbiskuchen: Das typische Dessert, ein Symbol für die Herbsternte, oft mit Schlagsahne serviert.
  • Familientreffen: Thanksgiving ist ein wichtiger Anlass für Großfamilien, wieder zusammenzukommen. Oft reisen sie dafür weite Strecken, um gemeinsam das Festessen zu genießen.
  • Paraden und Football: Die Macy's Thanksgiving Day Parade (öffnet in neuem Tab) in New York City mit riesigen Ballonfiguren, aufwendigen Festwagen und Auftritten von Prominenten gilt als inoffizieller Beginn der Weihnachtszeit. Auch American Football gehört fest zu diesem Tag: Profi- und College-Spiele laufen den ganzen Tag im Fernsehen und bilden die Kulisse für die Familientreffen.
  • Wohltätigkeit: Viele Menschen in den USA engagieren sich für Bedürftige, helfen ehrenamtlich bei Tafeln und in Suppenküchen oder laufen bei „Turkey Trots“ (Spendenläufen) mit.
  • Black Friday: Der Tag nach Thanksgiving, bekannt als Black Friday (öffnet in neuem Tab), eröffnet traditionell mit hohen Rabatten das Weihnachtsgeschäft.

🇨🇦 Thanksgiving in Kanada

Historische Wurzeln und Entwicklung

Thanksgiving in Kanada hat eine Geschichte, die in mancher Hinsicht weiter zurückreicht als die des amerikanischen Festes. Die früheste belegte Thanksgiving-Feier in Nordamerika fand 1578 statt: Der englische Entdecker Martin Frobisher (öffnet in neuem Tab) hielt im heutigen Nunavut eine förmliche Zeremonie ab und dankte für die sichere Fahrt seiner Flotte und für die Vorräte auf seiner Suche nach der Nordwestpassage.

Thanksgiving in Kanada

Später feierten französische Siedler in Neufrankreich (öffnet in neuem Tab) Dankfeste, und nach der Amerikanischen Revolution brachten Loyalisten, die nach Norden flohen, ihre eigenen Thanksgiving-Bräuche nach Kanada. Viele Jahre lang wurde der Feiertag je nach Region und Anlass unterschiedlich begangen. 1879 wurde er offiziell zum nationalen Feiertag erklärt, und 1957 legte das kanadische Parlament (öffnet in neuem Tab) den Termin auf den zweiten Montag im Oktober fest, passend zur früheren Erntezeit in Kanada.

Typisch kanadische Bräuche

Das Kernthema Dankbarkeit ist dasselbe, doch das kanadische Thanksgiving unterscheidet sich oft etwas vom amerikanischen, unter anderem weil es früher im Herbst liegt.

  • Das kanadische Festessen: Wie in den USA steht ein traditionelles Thanksgiving-Essen im Mittelpunkt, oft mit gebratenem Truthahn, anderem Geflügel der Saison oder Schinken. Beliebte Beilagen sind:
    • Füllung (Stuffing oder Dressing): Oft mit regionalen Varianten, manchmal mit Wildreis oder Cranberrys.
    • Kartoffelpüree mit Bratensoße: Ein Wohlfühlessen, das überall beliebt ist.
    • Gemüse der Saison: Vor allem Herbstgemüse wie Mais, Kürbis, Karotten und Rosenkohl.
    • Kürbiskuchen und Pekannusskuchen: Häufige Desserts, mit denen die Herbsternte gefeiert wird.
  • Familie und Freunde: Der Feiertag ist vor allem eine Zeit, in der Familie und Freunde zusammenkommen, gemeinsam essen und Danke sagen. Viele Menschen in Kanada nutzen das verlängerte Wochenende für Aktivitäten im Freien, etwa zum Wandern oder um das Herbstlaub zu genießen.
  • Veranstaltungen in den Gemeinden: Das Fest ist weniger kommerziell als in den USA, doch einige Gemeinden richten lokale Umzüge oder Erntefeste aus.
  • Schwerpunkt Ernte: Durch den früheren Termin im Oktober rückt die Erntezeit stärker in den Vordergrund, und viele Feiern drehen sich um die Fülle der Ernte.

Ein gemeinsamer Gedanke, eigene Bräuche

Trotz unterschiedlicher Geschichte und verschiedener Termine geht es bei Thanksgiving in den USA und in Kanada um ein gemeinsames menschliches Anliegen: Danke zu sagen. An diesem Tag würdigt man, was man hat, stärkt die familiären Bande und blickt auf das Glück des vergangenen Jahres zurück. Millionen Menschen in Nordamerika verbindet dabei die Dankbarkeit.