Die riesigen Pappmaché-Masken der „Cabezudos“ beim San Sebastián Street Festival, das jeden Januar in San Juan stattfindet, gehen auf spanische Festumzüge des 16. Jahrhunderts zurück.
San Sebastián Street Festival (La SanSe)
Jeden Januar füllen sich die Kopfsteinpflastergassen der Altstadt von San Juan (öffnet in neuem Tab) mit Farben und Klängen, denn dann wird das San Sebastián Street Festival gefeiert, das im Volksmund La SanSe heißt.
Das viertägige Fest ehrt den heiligen Sebastian (öffnet in neuem Tab) und das kulturelle Erbe Puerto Ricos und markiert das inoffizielle Ende der längsten Weihnachtssaison der Welt. Besucher aus aller Welt kommen zu Umzügen, Livemusik und Kunsthandwerksmärkten und erleben die Gastfreundschaft der Puerto-Ricaner.
Geschichte
Die Wurzeln von La SanSe reichen zurück zu den Prozessionen der spanischen Kolonialzeit (öffnet in neuem Tab) im 17. Jahrhundert, bei denen riesige „Cabezudos“ die religiösen Umzüge belebten. 1954 führte Pater Juan Manuel Madrazo von der Kirche San José (öffnet in neuem Tab) das Fest als bescheidene Gedenkfeier seiner Pfarrei am 20. Januar wieder ein. Bis 1970 hatten der örtliche Historiker Ricardo Alegría (öffnet in neuem Tab) und Gemeindevertreter die Veranstaltung wiederbelebt, um Geld für Bildung zu sammeln und den Bürgerstolz zu stärken. Mit der Zeit ging die Verantwortung vom Institut für puerto-ricanische Kultur (öffnet in neuem Tab) auf die Stadtverwaltung von San Juan über, die für eine professionelle Ausrichtung und für Sicherheit sorgt. Seitdem findet La SanSe jeden Januar statt; nur 2021 und 2022 fiel das Fest wegen COVID-19 aus.
Typisches Programm
- Umzüge der Comparsas: Maskierte und kostümierte Gruppen (Vejigantes (öffnet in neuem Tab), Cabezudos (öffnet in neuem Tab) und Folkloretänzer) ziehen über sieben große Plätze und stellen Legenden und Geschichte Puerto Ricos nach.
- Bühnen mit Livemusik: Auf Bühnen an den Straßenecken wechseln sich Salsa-, Plena-, Reggaetón- und Jazzbands ab, und immer wieder wird spontan getanzt.
- Kunsthandwerksmärkte: Über 350 einheimische Kunsthandwerker zeigen Schmuck, Gemälde und handgewebte Hängematten (Hamacas), dazu gibt es Snacks wie Alcapurrias (öffnet in neuem Tab) und Bacalaítos (öffnet in neuem Tab).
- Kulinarische Ecken: Es gibt Pastelillos de guayaba, Lechón asado (öffnet in neuem Tab) und Coquito (öffnet in neuem Tab) sowie kreative Fusion-Süßigkeiten.
- Familienbereich: In Workshops am Tag gibt es Kinderschminken, Puppentheater und kulturelles Handwerk zum Mitmachen.
Traditionelle Bräuche
- Eröffnungsmesse: Das Fest beginnt mit einer Messe (öffnet in neuem Tab) in der Kirche San José, in der um Segen und Zusammenhalt gebetet wird.
- Cabezudos und Vejigantes: Die riesigen Pappmaché-Figuren stehen für das spanische, afrikanische und Taíno-Erbe der Insel; sie erfreuen und erschrecken die Zuschauer zugleich.
- Schmuck aus Papel picado: Handgeschnittene Papierbanner hängen an Balkonen und Bögen und machen die Kolonialfassaden zur Festkulisse.
- Traditionelle Kleidung: Die Teilnehmenden tragen Guayaberas (öffnet in neuem Tab), Polleras (öffnet in neuem Tab) und Strohhüte und zeigen damit die Kleidungstradition Puerto Ricos.
Was Besucher erwartet
- Beste Zeit: Am meisten los ist am Freitag- und Samstagabend (19 Uhr bis Mitternacht); wer früh kommt, sichert sich einen guten Platz.
- Anreise: Die Altstadt von San Juan lässt sich gut zu Fuß erkunden, Parkplätze sind aber knapp. Es empfiehlt sich ein Fahrdienst, oder man parkt in Condado (öffnet in neuem Tab) und fährt mit dem Taxi weiter.
- Unterkunft: Die historischen Boutiquehotels sind schnell ausgebucht; am besten mindestens sechs Monate im Voraus reservieren.
- Barrierefreiheit: Das Kopfsteinpflaster ist uneben, und manche Wege können mit dem Rollstuhl schwierig sein. Barrierefreie Routen sollte man vorab prüfen.
- Service vor Ort: Sicherheitskontrollen lenken die Besucherströme. Mobile Toiletten und Trinkwasserstationen gibt es reichlich, eine wiederverwendbare Flasche lohnt sich also.
Sehenswertes in der Umgebung
Zwischen den Feiern lohnen sich diese Ziele in der Nähe:
- Ein Spaziergang auf den Festungsmauern des Castillo San Felipe del Morro (öffnet in neuem Tab)
- Ein Besuch in La Fortaleza (öffnet in neuem Tab)
- Puerto-ricanischer Kaffee in einem der Straßencafés
- Spontane Straßentänze, bei denen man Einheimische kennenlernt
Fazit
Im San Sebastián Street Festival verbinden sich Geschichte, Glaube und Lebensfreude Puerto Ricos. Die Wurzeln reichen in die Kolonialzeit zurück, heute gehören große Umzüge und Märkte dazu. Besucher tanzen unter beleuchteten Balkonen, probieren die Küche der Insel und werden Teil einer jahrhundertealten Tradition.
Erstbesucher wie erfahrene Feiernde sind hier richtig. Wer im Januar in Puerto Rico ist, sollte La SanSe einplanen.
Feiertage rund um das Festival
United States: gesetzliche Feiertage und Bankfeiertage von 3 Tagen vor bis 3 Tage nach den voraussichtlichen Terminen ().
- Martin Luther King Jr. DayIn 98 Tagen
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